Literatur & Leben

Immer mal wieder prallen in meinen Leben Literatur und eigene Erfahrungen (meistens beglückend, manchmal tröstlich) aufeinander: Da versetzt mich ein Lada auf dem Parkplatz eines Supermarkts zurück in Wolfgang Herrndorfs Road-Novel „Tschick“ und in der Routine des Alltags werde ich mit einem Glücksgefühl daran erinnert, dass es auch Wandlung und Aufbruch gibt. Ich werde in der Autowaschanlage auf eine Schnecke aufmerksam, setze sie auf meine Hand und beobachte sie eine Weile, weil ich gerade fasziniert „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ (Elisabeth Tova Bailey) gelesen habe (tatsächlich wird der Schneckenschleim durch den Reifenabrieb ganz dunkel).

Solche kleinen Begebenheiten will ich hier von Zeit zu Zeit in einem Blog erzählen, weil ich davon überzeugt bin, dass Literatur mehr ist als nur ein schöner Zeitvertreib und dass fiktive Texte „Wahrheit“ enthalten können, auch wenn die Geschichten im Kopf eines Autors entstanden sind (Mein verstorbener Vater mochte keine Romane, weil sie für ihn nichts mit der „Realität“ zu tun hatten. Ich hielt das immer schon für ein eklatantes Missverständnis ;)).